Von Gründung 1907 bis zum Verbot 1933

Bereits 1905 wurde ein erster Versuch unternommen einen Fußball-Verein in Dölau zu gründen. Unter dem Namen „BSC Germania“ gründeten die Sportkameraden Paul Trützschler, OttoTrützschler und Eduard Damm einen Fußballclub. Da der Fußballsport zur damaligen Zeit noch nicht gesellschaftsfähig war, hatte dieser Verein keine Überlebenschance und löste sich kurze Zeit später wieder auf. Im Jahr 1907 gingen sportbegeisterte Dölauer zur Gründung eines Fußballclubs „Fortuna Dölau“ über. Das war die Geburtsstunde unseres Fußballvereines. Es waren zwei Gründer dabei, die bereits 1905 den ersten Versuch unternommen hatten, die Sportkameraden Eduard Damm und Paul Trützschler. Den 1.Vorstand bildeten:

  • 1.Vorsitzender: Eduard Damm
  • Schriftführer: Richard Mölbrich
  • Kassierer: Fritz Bein
  • Gau-Vertreter: Paul Trützschler

Als Vereinsfarben wählte man Schwarz – Weiß. In den Anfangsjahren wurde bereits zukunftsorientiert gearbeitet, was sich später auszahlen sollte. Die Nachwuchsarbeit hatte einen hohen Stellenwert. Durch den guten Nachwuchs rückten immer wieder talentierte Spieler in den Kreis der 1. Männermannschaft auf. Erste Erfolge stellten sich ein. Bis zum Beginn des 1.Weltkrieges kämpfte man sich von der 6. Spielklasse bis in die 4.Spielklasse hoch. Mit welchen Problemen das verbunden war, kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Da im Saalkreisort Dölau selbst kein Sportplatz zur Verfügung stand, zogen Sonntag für Sonntag die Spieler und die sportbegeisterten Anhänger zu den Brandbergen. Dort befand sich zwar ein Sportplatzgelände, aber ohne Tore. So musste alles mitgenommen werden. Angefangen bei den Torpfosten, den Latten und den Eckfahnen. Die Spieler der ersten Stunden sind teilweise namentlich überliefert. Hier einige Namen: Fritz Bein, Walter Pfeifer, Otto Gase, Paul Felgner, Paul Stemmler, Paul Knöppel, Ernst Koch, Arno Meier, Franz Weickardt, Franz Schache u.w. Durch den I. Weltkrieg wurde der Spielbetrieb 1917 eingestellt.

 

Nach dem Kriege wurde im Frühjahr 1919 der Spielbetrieb wieder aufgenommen. An der Situation hatte sich aber nichts geändert. Wir mussten weiterhin zu den Brandbergen mit Sack und Pack ziehen. Waren es Anfangs nur einige Spieler die sich den Strapazen stellten, so erhöhte sich die Mitgliederzahl ständig. Es konnte alsbald eine 2. Männermannschaft ins Leben gerufen werden. Die seinerseits aktivsten Sportkameraden waren: Richard Ohme, Richard Hartleb, Oswald Zörner, Hermann Reuter, Otto Reuter, Ernst Reuter, Gustav Reuter, Albert Troll, Walter Damm, Albert Damm, Willi Dittmar Die Vereinsgeschäfte lagen zu dieser Zeit in den Händen von Walter Damm, Hermann Hartleb und Albert Walter. Die sportlichen Erfolge der 20iger Jahre prägten unseren Verein und machte in weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Im Jahr 1920 wurde um die Meisterschaft in der 2.Klasse gekämpft. Die Meisterschaft konnte jedoch nicht erreicht werden. Die politischen Ereignisse in jener Zeit verschärften sich. Das wirkte sich auch auf unseren Verein aus. Bereits 1921 kam eine Spaltung in den Verein. Einige Sportfreunde schlossen sich dem bürgerlichen Verein VfL an. Die sportlichen Erfolge der Fortuna ließen die Sportfreunde bereits ein Jahr später den Weg zurück finden. Im Jahr 1924 trat die Fortuna geschlossen zum Arbeitersport über und wurde bereits 1925/1926 Bezirksmeister.

 

Bezirksmeister 1925/1926 Fortuna Dölau I. Herren

Angespornt durch die Erfolge tauchte erneut die Frage nach einem eigenen Sportplatz auf. Endlich, im Jahr 1926 konnte mit der Stadt Halle ein 18jähriger Pachtvertrag unterzeichnet werden. Dies verdanken wir den Sportfreund Willi Nietballa sowie dem damaligen Ortsvorsteher von Dölau, Karl Hein. Nach nur 6 Wochen war der Fußballplatz fertig. Eine Gemeinschaftsarbeit aller Mitglieder. Leider ist kein Bildmaterial vom Bau des Sportplatzes erhalten. Eine historische Aufnahme von der Begegnung mit dem Eisenbahnersportverein Wien und Fortuna Dölau aus dem Jahr 1928 zeigt den Fortuna-Sportplatz. Diese Fotodokument verdanken wir dem ehemaligen Fortuna Spieler der I. Herren Karl Hartleb.

 

Unser Sportplatz befand sich ca. 200 m von unserem heutigen Sportplatz entfernt, in Richtung Lieskau. Er wurde 1933 sofort aufgeforstet. Grund waren die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit und die in der Nähe wohnenden Villenbesitzer. Im weiteren Verlauf wurden noch ansprechende Erfolge in der 1. Klasse des Arbeitersports errungen. Die Sportfreunde, die den damaligen Dölauer Fußballsport zu den Erfolgen führte waren Albert Damm, Karl Reuter, Willi Reuter, Otto Troll, Albert Ohme, Karl Heine, Franz Reuter, Otto Reuter, Kurt Troll, Paul Säubt, Karl Hartleb, Ernst Reuter, Albert Troll und Otto Schmidt. Technischer Leiter war Sportfreund Otto Stein. Das nachfolgende Bilddokument zeigt den ersten Ausschankbetrieb auf dem eigenen Sportplatz. Leider sind die Namen der Sportfreunde und Anhänger von Fortuna nicht überliefert.

Die Sportfreunde von Fortuna im dunklen Jersey, von links nach rechts: H. Weickardt, W. Hille, O. Reuter, A. Troll, K. Reuter, K. Hartleb, F. Reuter, Tormann A. Damm O. Schmidt, W. Reuter, A. Reuter
Sitzend von links: Willi Dittmar, Otto Schmidt, Max Richter, O. Kotsch
Zweiter von ganz links W.Damm, 1. Vorsitzender von Fortuna Dölau

 

1929 Auf dem eigenen Sportplatz

Aber zurück zur weiteren sportlichen Entwicklung von Fortuna Dölau. Durch den eigenen Sportplatz nahmen wir einen ungeheueren Aufschwung. Man konnte auf eine beachtliche Zahl an Mannschaften verweisen. 4 Herren-, 2 Jugend-, und 2 Schülermannschaften spielten für ihre „Fortuna“.

 

1. April 1925 zählte man ganze 25 Vereine mit etwa 1100 Sportkameraden im Umland. Unser Verein, „Fortuna Dölau“ war bereits zu dieser Zeit ein weit über seine heimatlichen Grenzen hinaus bekannter Fußballclub. Wir können für uns in Anspruch nehmen, zur steigenden Popularität des Fußballsportes im Arbeiterturn- und Sportbund beigetragen zu haben. Die Begeisterung für den Fußballsport zeigte sich in den Erfolgen dieser Zeit. So erreichten 1927 alle Mannschaften die Meisterschaft in ihrer Klasse. Die I. Mannschaft wurde Kreismeister im Spieljahr 1926/1927. Diese sportliche Leistung und dieser großartige Erfolg zeigte einmal mehr das Können des Dölauer Fußballclubs.

Jugendmannschaft Fortuna Dölau 1927

 

„Fortuna - Dölau“ 1927

Dieses Traditionsbild wurde vom Sportkameraden Otto Reuter, Spielführer der I. Herrenmannschaft, über die Zeit des Faschismus gerettet. In den Wirren um den 30. Januar 1933 hat er es an sich genommen. Er versteckte es 12 Jahre lang unter den Dielen seiner Wohnstube. Nach 1945 erhielt es einen Ehrenplatz im ehemaligen Vereinsheim „Dölauer Heide“, bis es dann am 1. Mai 1956 bei der Eröffnung unseres eigenen Sportlerheimes seinen würdigen Platz gefunden hat.