23.07.2018 | Fußball

DFB Fußball Ferienfreizeit 2018

DFB-Fußball-Ferienfreizeit in Grünberg (Hessen)

Unserem Verein wurde auf Vorschlag des DFB-Landesverbandes als Anerkennung für die geleistete Arbeit im Nachwuchsbereich die Ehre zuteil, mit 12 Spielern im Alter zwischen 13 und 15 Jahren eine Woche auf Kosten der „DFB- Stiftung Egidius Braun“ eine Fußball-Ferien-Freizeit zu absolvieren. Dazu verschlug es uns vom 15.07.2018 bis 21.07.2018 mit den Spielern der C-Junioren (Friedrich Hölsken, Augustin Ranft, Justin Wittrien, Eric Hermann, Emil Deininger, Louis Dietzel, Lukas Burghardt, Konrad Lindowsky, Lucas Behlau, Jeremy Goeddaeus, Pascal Fleischhauer und Tim Hüttig) an die im Sporthotel Grünberg integrierte Sportschule des Hessischen Fußball-Verbandes. Neben uns konnten sich über diese Auszeichnung auch die Vereine SV Fortuna Langenau, BSG Chemie Leipzig, VfB IMO Merseburg und der Radeberger SV freuen.

Nach einer entspannten Anreise in einem Reisebus und einem großen Lob des Busfahrers für das gute Benehmen waren wir froher Erwartung auf die Dinge, die da kommen würden. Die Begrüßung durch Manfred Lotz, den Leiter der Fußball-Ferien-Freizeit fiel dann allerdings eher ernüchternd als motivierend aus. Leider hatten die Veranstalter in der Vergangenheit offenbar einige Probleme mit der Disziplin anderer Vereine. Statt diese vielleicht in einem Halbsatz zu erwähnen und die Kids auf eine spannende Woche mit viel Sport und Abwechslung einzustimmen, wurde es eher eine „Brandrede“ mit nicht enden wollenden Aussagen, was alles nicht erlaubt ist und früher schon passiert war. In der Hoffnung, dass es sich dabei nur um Startschwierigkeiten gehandelt hat, bezogen wir in der Folge unsere Zweibettzimmer mit Dusche und WC und sahen uns mit den anderen vier Teams zusammen das WM-Finale an.

Nach dem Abendessen kickten wir noch etwas gegen die BSG Chemie Leipzig.

Am zweiten Tag besuchten wir vormittags das wunderschöne Schwimmbad von Grünberg. Da wir zum Sonntagmorgen zunächst nahezu allein im Bad waren, spielten wir im Nichtschwimmerbereich eine Runde „Wasserrugby“ und die Jungs hatten genauso viel Spaß auf den beiden Sprungtürmen (1m und 3m).

Nachmittags ging es dann für Dölau zum Programmpunkt „Teamentwicklung“. Hier wurde durch Theorie und praktische Übungen einiges darüber gelernt, dass man gut zusammenarbeiten und gegenseitiges Vertrauen haben muss, um als Team (noch) besser zu funktionieren. Den meisten Spaß in diesem sehr gelungenen Programmpunkt hatten unsere Jungs an einem aufgestellten „Spinnennetz“, durch welches alle Spieler ohne es zu berühren auf die andere Seite gelangen mussten.

Im Anschluss gab es noch ein kleines Spiel gegen die IMO auf dem Großfeld, bevor es nach dem Abendessen zum Programmpunkt „Vorstellung Fußball-Heldin und Förderprogramm junger Menschen“ ging. Hier sollte eigentlich Jana Leib vom FFC Pohlheim (Hessen), welche einen Ehrenamtspreis für ihr Engagement im Nachwuchs erhalten hatte, etwas über ihr Erlebtes erzählen. Leider wurde daraus in einem recht warmen und von der Sonne beschienenen Raum eher ein Monolog des Herrn Lotz, welcher am Ende wieder nicht ganz vorwurfsfrei gegenüber den Jugendlichen blieb. Deren Konzentration bei diesem doch eher trockenen Thema und nach der Erfahrung des Vortages war verständlicherweise nicht bei 100%.

Der dritte Tag Begann mit einem Fußballturnier aus gemischten Teams der fünf teilnehmenden Vereine. Es wurde auf vier etwa handballfeldgroßen Spielfeldern im 5 vs. 5 in zwei Staffeln mit je fünf Mannschaften gespielt. Anstelle des von allen Kids und Trainern favorisierten freien Spiels auf Minitore, legte der Leiter der Ferienfreizeit großen Wert auf eine Torerzielung nur nach Doppelpass und auf „Hütchentore“ (ca. 30 cm große Hütchen). Aller Einwand vor den erwarteten Diskussionen um die Fragen „War das ein korrekter Doppelpass?“ und „War der Ball bei einer Hütchenberührung im Tor?“ half nichts. Die Regeln wurden vorgegeben und die Fragen und Diskussionen kamen natürlich wie erwartet. Auch an dieser Stelle hätte man die Jungs sicherlich seitens des Veranstalters deutlich besser motivieren können. Dennoch gab es im Turnier zahlreiche gelungene Spielzüge und klasse erzielte Tore. Der Sieger der nach Nationen eingeteilten Mannschaften hieß am Ende, wie nach dem Ausgang der echten WM nicht anders zu erwarten, Frankreich. Glückwunsch an Lukas – den einzigen Dölauer in diesem Team.

Am Nachmittag stand „Neue Sporterfahrung“ auf dem Programm. Das Thema war „Blindenfußball“ und es wurde sehr interessant und altersgerecht mit den Jungs gearbeitet.  Der deutsche Nationalspieler Hasan Koparan (Schalke 04) und die Übungsleiterin Julia Landauer brachten den Jungs in ca. 1,5 Stunden eine Menge über den Blindenfußball bei und ließen sie auch zahlreiche praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln. Dieser Veranstaltungspunkt wurde durch die Telekom genutzt, um ein Werbevideo für deren Homepage zu diesem Thema zu drehen. Das Einverständnis für die Filmaufnahmen hatten die Eltern im Voraus erteilt. Zur Veröffentlichung des Videos erhalte ich noch eine Nachricht von der Telekom.       

Mehr zu diesem Programmpunkt und gute Werbung für Blau-Weiß Dölau ist unter dem Link:

http://www.giessener-anzeiger.de/sport/lokalsport/fussball/blindenfussball-training-mit-bundesligaspieler-hasan-koparan-in-gruenberg_18929066.htm

zu erfahren. Auch in der am 19.07.2018 erschienen Druckversion des „Giessener Anzeiger“ war Dölau zu diesem Teil des Programms voll im Blickpunkt:

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Den Abend ließen wir mit einer Runde „Wikingerschach“ ausklingen.

Den Vormittag des vierten Tages verbrachten wir zusammen mit den Jungs vom Radeberger SV und deren Trainer Reiko Lehmann, mit denen sich im Laufe der Woche eine klasse Freundschaft entwickelte, beim Programmpunkt „DFB-Mobil“. Die beiden Trainer des DFB absolvierten mit unseren Jungs nach einer kurzen Erwärmung zuerst ein Torschusstraining und in der Folge eine Spielform im 3 vs. 3, welche sich „FUNino“ (gesprochen: Funinio) nennt. Diese Trainingsform werden wir (zur Freude unserer Spieler) in Zukunft wohl recht häufig in unser Training einbauen. Im Fokus steht bei dieser Übungsform das Gesamtpaket des Fußballs mit allen seinen Einzelbausteinen – sehr effektiv! Großes Lob gab es zudem vom DFB-Trainer der Torschussübung für alle unsere Spieler – und ein besonders großes gab für unseren Torhüter!

Nach dem Mittagessen absolvierte wir dann gemeinsam mit den vier anderen Mannschaften und dem „DFB-Mobil“ das Fußballabzeichen, bevor es dann bei großer Wärme noch einmal in das erfrischende Freibad ging. 

Der Abend klang erneut einer Runde „Wikingerschach“ aus.

Tag fünf gestalteten wir wiederum in Gänze mit den Jungs aus Radeberg. Am Vormittag spielten wir in zwei gemischten Teams (bestehend aus je 2 x 7 Spielern beider Mannschaften) eine ganze Weile Fußball auf dem Kleinfeld.

Nach dem Mittagessen ging es dann per Bus in den „Kletterwald Gießen“. Eine riesige und echt gut gebaute Anlage, nicht zu vergleichen mit dem Kletterwald am Heidesee. In den zur Verfügung stehenden zwei Stunden war es leider nicht möglich, alle Routen zu absolvieren. Die Jungs hatten echt Spaß und mussten an der einen oder anderen schwierigen oder auch unproblematischen Stelle auch gerettet werden. Namen werden hier allerdings nicht erwähnt…

Nach dem Abendessen ging es zunächst in Eigeninitiative zur Trendsportart „Headis“ an die Tischtennisplatte. Hier wird mit einem kleinen Gummiball (ca. 12 cm Durchmesser) nach Tischtennisregeln und nur per Kopfball gespielt. Mit zunehmender Dauer ging es im „chinesisch“ immer länger um die Platte und nicht nur die Lachmuskeln der Jungs kamen zum Einsatz.

Mit etwas Verspätung ging es danach zum Programmpunkt „Inklusion“. Dahinter verbarg sich Rollstuhlfußball (gespielt wird mit einem großen Gymnastikball). Auch eine Geschichte, die den Jungs einen Riesenspaß gemacht hat. Angebracht bemerkte ein Elternteil zu diesem Thema im extra angelegten WhatsApp-Chat für die Ferienfreizeit, dass es uns noch Rollatoren und Unterarmgehhilfen organisieren könnte – dann wären wir fit für die „Paralympics-Liga“. Nach Sichtung eines kurzen Videos zum Programmpunkt wurde mir von einer Mutti zudem sinngemäß die Frage gestellt, warum Rollstuhlfußball mit den Händen gespielt wird. Entweder hatte ich die Frage falsch verstanden, oder … Jedenfalls habe ich schön gelacht J

An Tag sechs ging es für allen Teilnehmer mit zwei Bussen nach Gießen. Hier hatten wir zunächst eine gute Stunde Zeit für einen Spaziergang an der Lahn. Der eine oder andere erinnerte sich hierbei auch daran, vor zwei Jahren im Rahmen einer schulischen Kanutour genau an dieser Stelle schon einmal gewesen zu sein. Im Anschluss an den von allen „genossenen“ Spaziergang enterten wir zwei kleine Schiffe und setzten den Spaziergang nunmehr sitzend und auf der Lahn fort. Mit auf unserem Schiff befanden sich natürlich die Kumpels aus Radeberg. Der dabei etwas aufkommenden Langeweile wirkten die Jungs mithilfe eines Handys und des Internets entgegen. Deutscher Schlager, „Malle-Hits“ und „Gangsta Rap“ gaben sich gesungener maßen  wiederholt die Klinke und die Hand und auch die Dölauer Vereinshymne wurde (wenn auch wegen der einen oder anderen Textschwäche nicht aus voller Brust) gesungen. Jungs, zum nächsten Event herrscht an dieser Stelle bitte „Textsicherheit!!!“ Im Anschluss an ein Kuchenbuffet und ein paar kalte Getränke hatte dann jeder etwas Zeit, die nahe gelegene Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Leider stand am MediaMarkt schon draußen dran, dass die Konsolen „heute nicht in Betrieb sind“ – oh wie schade… So gab es schließlich etwas Eis und Fastfood – was eben so gesund ist J

Nach der Rückkunft in Grünberg wartete der letzte, und wie ich persönlich fand, einer der besten Punkte des offiziellen Programms auf uns – eine Gesprächsrunde mit dem ehemaligen Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner. Es waren derselbe Raum, nahezu die gleiche Zeit und die gleiche Wärme, wie bei der Runde mit Jana Leib zum Thema „Ehrenamt“. Die lockere Art und Weise des Vortrages von Herrn Wagner und die nicht enden wollenden Fragen der Jungs (und von Jens) an diesen ließen die Zeit allerdings wie im Fluge vergehen. Immer wieder brachte der Ex-Schiri, der heute als Trainer der Schiris, in der Personalentwicklung und als Berater beim Fernsehen tätig ist, die Jungs mit seinen Erlebnissen mit Bundesligaprofis zum herzhaften Lachen. Schließlich verschenkte er an alle Kids original gelbe und rote Karten, bei Bedarf auch mit Autogramm, und stand abschließend für eine Menge Fotos zur Verfügung. Für mich das Highlight der Ferienfreizeit und zugleich das Ende des offiziellen Programms.

Nach dem Abendessen hieß es Kofferpacken und noch eine Runde „Headis“ spielen.

Da für Tag sieben zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen und der sich anschließenden Abfahrt (hing damit zusammen, dass die Vereine der nächsten Freizeit mit dem Bus kamen, der uns nach Hause brachte) nichts weiter geplant war, begaben wir uns nach dem Frühstück und einem kleinen Dankeschön seitens der Kapitäne aus Radeberg und Dölau gegenüber den Veranstaltern in Form von Schokolade und ein paar netten Worten noch einmal ins Freibad.

Die Rückfahrt verlief genau wie die Hinfahrt komplikationslos und die Eltern konnten ihre Schützlinge nicht wie geplant erst gegen 19:00 Uhr, sondern schon um 16:45 Uhr am Autohof „Bäumchen“ in Empfang nehmen.

Im Resümee eine gelungene Veranstaltung, nicht zuletzt auch aufgrund des großen Engagements der Trainer und Betreuer der Mannschaften. Wir als Trainerteam haben gegenüber dem Veranstalter auch den einen oder anderen Hinweis zur Frage von Verbesserungsmöglichkeiten gegeben, welche aufgegriffen werden sollen. Einziger Wehrmutstropfen bleibt die von allen Trainern und vielen Kindern monierte „negative“ Art des Leiters der Ferienfreizeit. Hier besteht akuter Handlungsbedarf seitens des Veranstalters, wenngleich die Leitung der Freizeit in Grünberg in der Summe aber trotzdem einen guten Job gemacht hat.

Nicht zuletzt möchten Jens und ich ein großes Lob an die Disziplin unserer Jungs aussprechen. Gleiches gilt auch für die anderen Teams. Insbesondere mit den Kickern aus Radeberg werden wir weiterhin in Kontakt bleiben und uns gegenseitig sicherlich mal zu einem Spiel oder Turnier einladen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Auch die BSG Chemie Leipzig ist an einem Freundschaftsspiel zwischen ihrer und unserer B-Jugend interessiert.

Auf Facebook können unter dem dortigen Link „Fußball-Ferien-Freizeiten“ die Bilder und Videos eingesehen werden, welche die Veranstalter gemacht haben. Eine Vielzahl weiterer Bilder lasse ich den Familien der beteiligten Kids in Kürze zukommen.

Oliver Hüttig

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